La Robla - Buiza

Mein Weg auf www.gpsies.com
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Auch von www.gpsies.com
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Gesamtanstieg 273 Meter
Gesamtabstieg 100 Meter

Gesamtstrecke 14,4 km

 

Blasenlos auf den Weg


Der Tag beginnt doof und endet doof (allerdings nicht in Buiza,  sondern einen Ort weiter in Poladura de la Tercia (nicht kringelig gucken,  wenn ich hier und da Ortsnamen nicht weiss oder falsch schreibe,  aber es ist auf dem Tablet total umständlich, hin-und herzuhüpfen.  Ich mache das alles wieder gut,  wenn ich wieder daheim bin und an meinem PC sitze,  ich verspreche) .... aber dazwischen liegt ein B ER g,  der ist so grandios schön!

Beim Verlassen der Herberge möchte das geneigte Pilgerlein bitte alle Türen fein ordentlich verschliessen und den Schlüssel in einen eigens dafür installierten Briefkasten werfen.  Das ist eine gute Idee...  sowei...  bis das geneigte Pilgerlein seinen Akkulader in der Steckdose hat stecken lassen.  Nun bin ich ja voll auf der Schiene des Ursprungs und ungeschminkten Pilgerlebens mit allen möglichen körperlichen Entbehrungen und kastei und gehunger und Koffeinentzug und üb ER haupt,  aber womöglich keinen Saft mehr auf dem Musikbetörer,  dem Handy oder dem Tablet zu haben - nein,  das geht ja gar nicht! Und weil mir geneigtem Pilgerlein dieser Missstand auch erst auffällt, als ich schon ein Stückchen weit weg bin,  wackele ich eben wieder zurück,  zücke mein Handy (das hat ganz viel Saft,  na klar,  das hing ja auch die ganze Nacht an der Strippe,  die noch immer in der Steckdose steckt! ) und rufe die Hospitalera an.  Nun ist es mit meinen Spanischkenntnissen schon schwierig,  wenn ich meinem Gegenüber dabei mit Händen und Füssen erklären kann,  was ich eigentlich will,  aber mit ganz viel unsichtbar machendem Abstand dazwischen ist das schier ein Ding der Unmöglichkeit. 

Irgendwie schaffe ich es doch und sie versprich t mir,  in einer Minute zu kommen.  Ich bin ja in Spanien und wenn ich nicht in Spanien wäre,  müsste ich mich um diese Uhrzeit erst mal duschen,  die Zähne putzen und anziehen.  Also rauche ich erst einmal gemütlich eine Zigarette. 

Hatte ich schon erwähnt,  dass es gerade mal 3 Grad hat und in Strömen regnet? 

 

Ich laufe ein bisschen auf und ab.  Unter dem Poncho ist es zwar wärmer als mit ohne,  aber wärmer ist immer relativ...  und jetzt gerade doch auch relativ kalt. 

Ich gucke ein bischen die Strasse rauf und runter und grüsse die Menschen,  die mit Regenschirmen anmir vorbei gehen.  Wären die Deutsche,  hätten sie garantiert einen wesentlich schnelleren Schritt und eingezogene Hälse,  aber die gehen alle ganz normal... nur ebenmit Regens CNN irm in der Hand. 

Ich zünde mir noch eine Zigarette an und merke gerade,  dass das Tablet manchmal ganz komische Sachen schreibt. Die bringe ich auch später in Ordnung und lasse sie jetzt einfach stehen.  Hallo!  Ich bin in Spanien,  dem Land,  wo eine Minute sich auch gut einmal um das 60fach v ER mehren kann! Da mussman nicht so kleinlich sein! 

Irgendwann kommt sie doch noch,  schliesst mir auf,  ich nehme meine Strippe,  knutsche sie dafür,  dass ich nun doch nicht saft-und kraftlos weiterpilgern muss und gehe endlich los. 

Die nächsten beide Orte geht es immer an der Strasse lang und dann ein bisschen durch die Natur nach La Pola.  Hier hätte ich die Gelegenheit auf eine Tasse Kaffe gehabt und vielleicht auch noch etwas einkaufen können,  aber ich gehe einfach weiter bis Buiza. Nach dort geht es schier unendlich lange an einem kleinen Stässchen entlang durch das Tal. Das ist schön aber am Ende bin ich schön satt. 

Die Herberge von Buiza ist gleich rechts und hat eine kleine aber heute besondere Besonderheit: Sie hat ein Dach,  unter das ich mich vor diesem kaltenRegen flüchten kann.  Blöd ist nur,  dass ich jetzt zwar im Trockenen sitze,  währen der Regen ein wenig seine Konsistenz ins Feste ändert,  aber kalt ist mir trotzdem. 

Eigentlich ist mein Etappenplan hier zu Ende,  aber es ist noch soooo früh und viel zu kalt,  um darauf zu warten,  dass mir irgendwer irgendwann aufschliesst.  Also ab unter den Poncho hnd weiter gehts. 

Just da,  wo ich schon ein ganzes Stück auf dem nächste Berg oben bin und schjer nicht fassen kann,  wie schön es hier ist,  hört es auf zu regnen und ich habe alle Muse,  durch dieses Zipfelchen himmlischer Herrlichkeit zu schlendern: roter und weisser Erika,  leuchtend gelber Ginster,  hier und da Steineichen dazwischen und obendrüber die schroffen Felszacken der Berge (die sehen tatsächlich ein bisschen aus,  wie die Zacken eines Drachenrückens,  was ich jetzt hier jnbedingt bemerken muss,  weil ich weiss,  dass da ganz viele drüber schmunzeln werden.  In dem Pilgerforum,  in dem ich hi we und da mal mittippsel,  bin ich nämlich der Drache....  und daheim auch! ).

Oben,  auf einem ansteigenden Hochplateau (ich weiss jetzt nicht,  ob Plateaus im allgemeinen ansteigen können, aber platt muss ja nicht ganz platt sein,  sondern einfach nicht so viel unplatt,  oder? ) breite ich meinen Poncho aus und geniesse einfach nur den Moment. 

Der Weg weiter nach Poladura ist so richtig das,  was ich liebe: ein Gebirgspfad...  der sich nur am Ende selbst so schön findet,  dass er einfach kein Ende nehmen will. 

Zum Glück wird er sich dann doch selbst irgendwann langweilig und ich komme nach Poladura: Eine handvoll gebückter Häuser und ein altes Schulgebäude,  in der sich die Herberge befindet und in die ich jetzt ganz dringend hinein möchte.  Im Weg steht mir allerdings die verschlossene Tür. Ein netter Herr,  den ich einfach von seiner Arbeit weghole weiss Abhilfe,  geht mit mir wenige Meter den Weg zurück zu einem kleinen H\uschen mit hoher Aussentreppe, öffnet einfach die Tür (in so einem Dorf braucht man keine Klingel;da geht man rein und stellt schonmal das Kaffeewasser auf für den Fall,  dass Nachbar gleich auf die Idee kommt,  einen einzuladen) und ruft so lange und so laut,  bis ein älter ER Herr angeschlupft kommt und fragt,  ob er denn einen Kaffe trinken möchte ;) (ich leide eindeutig unter Koffeinentzug,  da kriegt man Haluzinationen (das ist ein Wort,  bei dem ich immer gucken muss, wie es geschrieben wird,  was ich jetzt ab ER nicht mache). 

Jedenfalls geht diesed Herr mit Stock und Schlüssel mit mir und macht mir auf.  Und später kommt er noch einmal und macht mir wieder Strom,  weil ich so viele Radiatoren angemacht habe,  dass das das dörfliche Stromnetz einfach nicht ausgehalten hat.  Und ich brauche doch Stro,  weil ich muss doch mein Handy laden!  Wofür hab ich denn sonst heute Morgen eine Stund im Regen gestanden?!

Was es auch hat ist heissesbWasser,  für mich ganz wichtig,  weil bei aller Kälte ist mir zwischendurch doch auch ordentlich warm geworden.  Was es nicht hat ist Essen.  Das hätte ich vorher im Casa Rural anmelden müssen.  Das hat mir der ältere Herr sicher auch gesagt,  aber ich habe nur cccchhhhhs und rrrrrrrs gehört...  und die ziemlich schnell hintereinander. Als gegen 20.00 Uhr ein jüngere Herr kommt,  um mir meinen Stempel zu verpassen,  ist es dann zu spät.  Er bietet mir aber an,  mich noch schnell zu einem Geschäft zu fahren.  Aber ganz ehrlich? Ich habe mich mental schon völlig darauf eingestellt,  morgen meine Leckerschneckchen zu vernaschen und Wasser gibt es ja auch.  Alles ist also gut.  Und besonders schön ist,  dass der Hospitalero mir sagt,  dass er vor mir schon gewarnt wurde.  Mein schlechter Rufveilt mir also sogar in Spanien schon voraus!